BerlinerHöhenweg / ZillertalerAlpen

Ich schäle mich in aller Früh aus meinem Hüttenschlafsack, esse mein Bergsteigermüsli, schnüre meine Stiefel, schulter den Rucksack und sage den freundlichen Hühnern und Ziegen Lebwohl. Nun steige ich steil auf zur Lapenscharte. Fern am Horizont sehe ich einen stolzen Steinbock stehen, mit geschwollener Brust schaut er hinab ins Tal. Dann mit der Sonne im Nacken hinunter in das Steinfeld. Mit großen Schritten von Stein zu Stein - wie über einen Wellenbrecher an der Adria. Ich quere Schneefelder und bedenke dabei jeden Schritt, schreite dicht an den Fels gedrängt über die tief eingeschnittene Schlucht der Elsenklamm. Überschreite mutig - vom Geschrei der Murmeltiere angefeuert - einen Wasserfall (die Brücke liegt weggespült 50 Meter weiter unten). In nassen Stiefeln weiter zur Hütte, die letzten Meter scheinen endlos. Endlich sitze ich in der urigen Stube, esse gierig mein Abendbrot und meine Augenlider werden schwer. Ich gehe ins Lager, lege mich zwischen zehn Gleichgesinnte auf meinen halben Meter Matratze und schlafe glücklich ein. Bergfrieden.

Hier die gesamte Tour (Berliner Höhenweg in den Zillertaler Alpen):

1. Etappe: Aufstieg von Finkenberg zur Gamshütte, 2. Etappe: Gamshütte - Friesenberghaus, 3. Etappe: Friesenberghaus - Furtschaglhaus, 4. Etappe: Furtschaglhaus - Berliner Hütte –> da hat uns allerdings der Juli-Schnee einen Strich durch die Rechnung gemacht, wir kamen beim besten Willen nicht durch das Schneegestöber über das Schönbichler Horn und mussten deshalb wieder umkehren und eine weitere Nacht im Furtschaglhaus verbringen, 5. Etappe: Furtschaglhaus - Greizer Hütte (Abstieg, Bus, Aufstieg), 6. Etappe: Greizer Hütte - Kasseler Hütte, 7. Etappe: Kasseler Hütte - Karl-von-Edel-Hütte, 8. Etappe: Abstieg nach Mayrhofen

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